Great Molasses Flood, Boston, 1919

Ein Tank barst und tötete 21 Menschen unter einer Sirupwelle

Ein fünfzehn Meter hoher Stahltank mit etwa neun Millionen Litern Melasse stand an der Hafenfront in einem dicht bewohnten italienischen Einwandererviertel. Er leckte seit dem Tag der ersten Füllung — die Firma hatte ihn braun gestrichen, damit das Durchsickern nicht auffiel, und die Kinder der Gegend fingen die Tropfen in Dosen auf. An einem ungewöhnlich milden Januarnachmittag riss er auf. Die Welle war mehrere Meter hoch und schneller, als ein Mensch laufen kann; sie riss eine Feuerwache fort, verbog die Hochbahn und zerdrückte Häuser.

Einundzwanzig Menschen starben, etwa hundertfünfzig wurden verletzt; manche Leichen fand man erst nach Tagen, und der Hafen blieb bis zum Sommer braun. Die Firma beschuldigte Anarchisten. Der Prozess zog sich über Jahre und brachte eine der frühesten Sammelklagen in Massachusetts hervor; der Gutachter stellte fest, der Tank sei nie geprüft worden, sein Stahl zu dünn, und kein Ingenieur oder Architekt habe die Pläne kontrolliert. Das Urteil half durchzusetzen, dass Bauwerke von qualifizierten Ingenieuren abgenommen werden müssen — heute eine allgemeine Regel. Eine kleine Tafel bezeichnet die Stelle.

Diese Seite wurde vom Projekt aus öffentlichen historischen Quellen verfasst.

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