Zum Gedenken an

Maria Montessori

Eine der ersten Ärztinnen Italiens; verließ die Medizin, um zu beobachten, wie Kinder lernen

Montessori wurde 1896 in Rom als eine der ersten Italienerinnen Ärztin und kam an eine psychiatrische Klinik, wo sie Kinder sah, die als bildungsunfähig eingestuft in kahlen Räumen saßen, ohne etwas zum Anfassen. Sie schloss daraus, es fehle ihnen nicht an Verstand, sondern an Material, bereitete Gegenstände zum Hantieren vor, und mehrere von ihnen bestanden die staatlichen Grundschulprüfungen. Danach stellte sie die naheliegende Frage, was man mit den Kindern mache, die man gar nicht einstufte.

1907 überließ man ihr in einem Mietshaus in San Lorenzo, einem armen Viertel Roms, einen Raum, um die Kleinen aus den Fluren zu halten, während die Eltern arbeiteten. Sie richtete ihn auf Kinderhöhe ein, gab ihnen echtes Werkzeug und echtes Material, ließ sie ihre Arbeit selbst wählen und beobachtete. Was sie sah — lange Versenkung, eine Vorliebe für Ordnung, kein Interesse am Spielzeug — wurde zu einer Methode, die heute an Zehntausenden von Schulen angewandt wird. Sie weigerte sich, ihre Schulen in Mussolinis Dienst zu stellen, und verließ Italien 1934; ihre Bücher wurden verbrannt. Sie starb mit einundachtzig in den Niederlanden und bat, dort bestattet zu werden, wo sie sterben würde.

Diese Seite wurde vom Projekt aus öffentlichen historischen Quellen verfasst.

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