Zum Gedenken an

Robert Schumann

Ruinierte sich die Hand und schrieb stattdessen; die letzten Jahre in der Anstalt

Schumann wollte Konzertpianist werden, bis die rechte Hand versagte — wohl durch eine Vorrichtung, mit der er sie kräftigen wollte, möglicherweise durch das damals gegen Syphilis gegebene Quecksilber —, und wandte sich der Komposition und der Kritik zu. Als Kritiker war er großzügig, wie es das Fach selten ist: Den unbekannten Chopin kündigte er mit dem Satz an, hier sei ein Genie, und am Ende seiner Laufbahn tat er dasselbe für den zwanzigjährigen Brahms. Seine Lieder und Klavierzyklen kamen in Schüben, ganze Jahre einer einzigen Gattung gewidmet.

1840 heiratete er Clara Wieck, nachdem er ihren Vater auf Einwilligung verklagt hatte, und die Ehe verband die führende Pianistin der Zeit mit einem Komponisten, der sie brauchte, um in die Säle zu kommen. 1854 hörte er Stimmen, die ihm Musik diktierten, fürchtete, ihr etwas anzutun, warf sich in den Rhein, wurde von Schiffern herausgezogen und bat, in eine Anstalt gebracht zu werden. Zweieinhalb Jahre verbrachte er in Endenich bei Bonn; Clara durfte ihn erst in den letzten Tagen sehen. Er ist in Bonn bestattet, sie an seiner Seite.

Diese Seite wurde vom Projekt aus öffentlichen historischen Quellen verfasst.

In der Nähe und verwandt

Clara Schumann

1819–1896

Pianistin und Komponistin

Alter Friedhof, Bonn, Nordrhein-Westfalen

← Alle Seiten