Zum Gedenken an

Alfonsina Storni

Dichterin, die bei Mar del Plata ins Meer ging

Storni arbeitete als Fabrikarbeiterin, Wanderschauspielerin und Dorflehrerin und ging mit neunzehn allein und schwanger nach Buenos Aires, was 1912 hieß: jede anständige Tür verschlossen. Sie behielt das Kind, nahm Büroarbeit an und veröffentlichte Verse, die vom Begehren offen sprachen und offen zornig waren über das, was Männern erlaubt und Frauen verwehrt war — das Gedicht Tú me quieres blanca gibt dem Liebhaber seine Forderung nach Reinheit Zeile für Zeile zurück. Sie war die erste Frau, die in den literarischen Zirkeln der Stadt als gleichrangig galt, und zahlte dafür mit Spott.

Ihre späte Lyrik verließ den Bekenntniston und wurde karg und fremd. 1935 Brustkrebs und Mastektomie; drei Jahre später kehrte die Krankheit zurück, zwei enge Freunde starben, und in der Nacht des 24. Oktober 1938 schickte sie einer Zeitung ein letztes Gedicht und ging bei Mar del Plata ins Meer. Am Morgen fand man ihren Leichnam. Das dreißig Jahre später geschriebene Lied Alfonsina y el mar wird in der ganzen spanischsprachigen Welt von Menschen gesungen, die keine ihrer Zeilen nennen könnten. Sie liegt auf dem Friedhof La Chacarita in Buenos Aires.

Diese Seite wurde vom Projekt aus öffentlichen historischen Quellen verfasst.

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Familiengruft Duarte, Cementerio de la Recoleta, Buenos Aires

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