Zum Gedenken an
Olympe de Gouges
Schrieb, die Frau habe das Recht, das Schafott zu besteigen — und bekam recht
- Geboren
- Gestorben
- Lebte
- 45 Jahre
- Ruhestätte
- Guillotiniert auf der Place de la Révolution, heute Place de la Concorde, Paris — kein Grab, Frankreich
Marie Gouze, Tochter eines Metzgers aus Montauban, mit achtzehn verwitwet, weigerte sich, wieder zu heiraten, ging nach Paris, änderte ihren Namen und schrieb fürs Theater. Ihr Stück über die Sklaverei in den Kolonien war so unerwünscht, dass die Comédie-Française es zurücklegte und die Kolonialpartei sie bedrohen ließ. Sie verfasste Schriften über die Ehescheidung, über Entbindungsheime, über die Rechte unehelich geborener Kinder und über eine gestaffelte Steuer, druckte vieles auf eigene Kosten und klebte es an die Mauern.
1791 antwortete sie auf die Erklärung der Menschenrechte mit der Erklärung der Rechte der Frau, Artikel für Artikel, und merkte darin an, da eine Frau aufs Schafott geschickt werden könne, müsse sie ebenso das Recht haben, die Rednerbühne zu besteigen. Sie war gegen die Hinrichtung des Königs, bot an, ihn zu verteidigen, und griff Robespierre gedruckt an. Im November 1793 wurde sie ohne Anwalt abgeurteilt und guillotiniert; die Leichen der Verurteilten kamen in eine Massengrube, und die ihre ist nie gefunden worden. Zwei Tage später hörte der Konvent, sie habe die ihrem Geschlecht angemessenen Tugenden vergessen.
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